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Abklärung Ursachen bei postpartalem HELLP
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MamaBine


Siedler
3 Beiträge
 

Abklärung Ursachen bei postpartalem HELLP, 04 Feb. 2012 13:03


Hallo,

ich war bisher nur stille Leserin.

Ich bin 27 Jahre alt und habe mittlerweile 2 gesunde Jungen. Seit meinem 13. Lebensjahr habe ich einen Diabetes mellitus Typ 1 und spritze Insulin.
Meine erste Schwangeschaft (ET 8/03) verlief von Anfang an mit Problemen. Zunächst bekam ich in der 16. SSW Blutungen und musste stationär überwacht werden (ca. 1 Woche). Gegen Ende der Schwangerschaft war ich 1x im Krankenhaus wegen erhöhten Blutdruckwerten, es wurde aber nichts unternommen. Das Gestoselabor war auch unauffällig. Eiweiß im Urin (ab 21. SSW) und Wassereinlagerungen (ab 33. SSW) wurden im Mutterpass dokumentiert aber verwunderten niemanden wegen des Blutzuckers (da kommt wohl häufiger EW im Urin vor). Zwei Tage vor ET ging ich wegen Wehen ins Krankenhaus und habe spontan entbunden. Bei weiteren Blutentnahmen kam dann ein postpartales HELLP-Syndrom raus. Die Leberwerte stiegen immer weiter postpartal an. Ich bekam Magnesium, Presinol und Bettruhe (keine Intensivstation). Nach 8 Tagen durfte ich wieder nach Hause. Meinem Sohn geht es gut, er ist allerdings unkonzentriert, meist müde und "verträumt" (inzw. 8 Jahre alt). Ich habe seitdem komischerweise probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis (viele Dinge auf einmal in kurzer Zeit merken, Namen merken) Nach der Entbindung bekam ich noch eine Hashimoto-Thyreoiditis mit anfänglicher Über- dann Unterfunktion. Seitdem nehme ich Schilddrüsentabletten ein.

Nach einer Rücksprache mit meiner damaligen Frauenärztin sei ein Wiederholungsrisiko recht gering und so erfüllten wir uns den Wunsch nach einem 2. Kind. (ET 2006) Die zweite Schwangerschaft verlief ohne größere Probleme. Ab der 36. SSW hatte ich Wassereinlagerungen aber die gesamte SS über kein Eiweiß im Urin. 1 Tag nach errechnetem Entbindungstermin sollte ich in die Klinik zur Kontrolle. Dort stellte man mir einen Kaiserschnitt aufgrund des Gewichtes des Kindes (geschätzt auf über 4000g) und der Größe frei. Ich etnschied mich für eine normale Geburt. In der Nacht bekam ich Wehen und entband meinen zweiten Sohn spontan mit 4730g und 58cm. Die Blutuntersuchungen nach der Entbindung ergaben erhöhte Gestose-Werte. Ich wurde aber am 3. Tag nach Entbindung entlassen. Beim Hausarzt normalisierten sich die Werte, auch der Blutdruck (im KHS erhöht) und mit Magnesium sowie Presinol behandelt normalisierte sich. Mir ging es allerdings gute 14 Tage zu Hause richtig schlecht. Kreislauf war schwach, längere Spaziergänge nicht möglich, ich hatte ein beklemmendes Gefühl in der Brust, Herzrasen. Wurde alles als "Hormonumstellung" von Seiten der Ärzte abgetan. Schilddrüsenwerte und Zucker waren in Ordnung. Nach ca. 14 Tagen war der "Spuk" einfach vorbei und mir gings gut. Mein Sohn hatte etwas Startschwierigkeiten durch einen Lungeninfekt mit 3 Wochen (und Krankenhausaufenthalt in der Kinderklinik). Seitdem ist er was Lunge/Bronchien angeht sehr anfällig, ein IgA-Mangel wurde im Blut festgestellt. Ansonsten wie auch der große Bruder geistig sehr fit (kann schon vor der Einschulung rechnen und lesen usw).

Ich habe meine Befunde durchgelesen über die Diabeteserkrankung und konnte einen Lp(a) Wert finden der mit 80 wohl erhöht ist.
Mir wurde in der weiteren SS kein Heparin, kein ASS und keine Immunglobuline gegeben.

Ich weiß wir sollten uns mit den beiden Kindern freuen und nicht den starken Wunsch nach einem 3. Familienmitglied haben, aber der Wunsch ist da und sehr stark. Ich traue mich allerdings noch nicht eine Schwangerschaft anzugehen da ich von der neuen Frauenärztin (nach Umzug) nur zu hören bekam "ich rate davon ab nochmal schwanger zu werden. Sie haben doch zwei gesunde Kinder! Adoptieren sie doch eines oder nehmen sie ein Pflegekind auf!". Das ist aber nicht das selbe wie ein eigenes leibliches Kind.

Ist es überhaupt sinnvoll bei einem postpartalem HELLP und leicht erhöhten Gestosewerten nach der 2. SS thrombophile und genetische Faktoren auszuschließen? Können die überhaupt die Ursache dafür sein?

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Untersuchungen?

Gibt es im Raum Niederbayern (Landshut, Ingolstadt)/Oberpfalz (Regensburg) jemand der sich mit HELLP auskennt? Alternativ wäre München noch denkbar (ca. 1 Std. Fahrzeit).

Vielen Dank schon mal denen die sich bis hierhin durchgelesen haben. Bitte verurteilt nicht meinen Wunsch nach einem weiteren Kind (Verständnis hat leider kaum jemand dafür nach der Vorgeschichte).




Geändert von MamaBine am 4.Feb.2012 13:05
 
 
     
mavar80


Gelehrter
150 Beiträge

RE: Abklärung Ursachen bei postpartalem HELLP, 05 Feb. 2012 21:22


Hallo,
erst einmal bin ich mir sicher, dass Du hier niemanden finden wirst, der Deinen Wunsch nach einem weiteren Kind als negativ beurteilen würde. Viele von uns haben Kinder verloren und sicher haben auch viele erfahren welch Unverständis die Umwelt bei einem erneuten Kinderwunsch haben.

Das Risiko bezüglich Deines Diabetes kann ich nicht einschätzen. Für mich stellt sich die Frage, warum die FÄ von einer erneuten SS abrät?? Ist es wegen dem HELLP oder wegen der anderen Krankheiten?
Meiner Meinung nach ist es nie zu spät eine Ursachenforschung zu betreiben. Ich habe mich bei einem Hämatologen vorgestellt und dort wurde dann die Ursachenforschung betrieben und meine Krankenkasse hat das auch bezahlt. Wie es mit den Immunologischen Ursachen aussieht, kann ich dir leider nicht sagen.
Ich selbst habe auch eine Lp(a) Erhöhung. In meiner letzten SS habe ich ASS genommen und Heparin gespritzt als die Thrombocyten fielen und die D Dimere nicht mehr im tolerablen Bereich waren.
Mithilfe dieser Seite kann man es wirklich schaffen ein HELLP oder Gestose zu verhindern.
Es ist sicher nicht viel, aber ich hoffe, dass es ein wenig hilft.
VG

Sophie (Präeklamsie 2005 36+6), Sternenkind Felix (Hellp, Sepsis 27+5) ganz fest im Herzen und Lina (01/2012 ohne alles :o) gesund im Arm
 
     
MamaBine


Siedler
3 Beiträge

RE: Abklärung Ursachen bei postpartalem HELLP, 06 Feb. 2012 08:38


Hallo,

vielen Dank für die Antwort.
Die FÄ rät von einer erneuten Schwangerschaft ab da sie der Meinung ist man hätte das Schicksal (bzgl. HELLP) genügend herausgefordert und da ich ja nach der 2. Entbindung auch ein erhöhtes Gestoselabor hatte wäre da wohl ein Risiko dass es beim 3. Mal auch so wäre.
Ich wohne leider ländlich, d.h. habe auch nicht viele Möglichkeiten den Arzt einfach so zu wechseln.
Der Diabetologe hätte wegen dem Diabetes keine Bedenken.

Liebe Grüße

 
     
BieneK



Moderator
292 Beiträge

RE: Abklärung Ursachen bei postpartalem HELLP, 06 Feb. 2012 09:56


Liebe Mama Bine,
eine Ursachenforschung ist sicherlich auch jetzt noch angebracht, vor allem, was die Gerinnungsfunktion angeht. Denn die kann ja auch für das gesamte Leben von Bedeutung sein.
Das Risiko weiterer "Gestose-Symptome" ist sicherlich ohne eine solche Abklärung nicht einzuschätzen. Ich könnte mir vorstellen, dass bei den von dir geschilderten Symptomen durchaus etwas gefunden wird. Es wird sicherlich nicht extrem gravierend sein, sonst wären deine Komplikationen vermutlich deutlich eher aufgetreten.

In Landshut in der Frauenklinik Landshut-Achdorf war jahrelang der vieljährige 1. Vorsitzende der Ärzte-AG Schwangerschaftshochdruck, Prof. Thorsten Fischer, tätig. Er ist vor wenigen Monaten nach Salzburg gegangen. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass sein Team dort immer noch nach seinen Vorgaben arbeitet und die Erfahrungen gehen ja so schnell nicht verloren.

Zum Thema "das Schicksal herausfordern":
Eine Schwangerschaft ist immer eine große Belastung für den Körper und es können so viele andere Dinge als Gestosen oder ein HELLP-Syndrom auftreten, das kann man vorher ja nie wissen.
Die "Risiken" für Gestose und HELLP kann man jedoch durch eine gute Ursachenforschung besser einschätzen und je nach Befund ja auch etwas zur Minderung tun.
Und letztes Endes werden dein Mann und du wissen, ob Eure Familie erst mit einem dritten Kind komplett sein wird.
(wir freuen uns immer über jedes Kind, davon gibt es in unserem Land doch leider viel zu wenige.)
Liebe Grüße Sabine F-K
 
     
MamaBine


Siedler
3 Beiträge

RE: Abklärung Ursachen bei postpartalem HELLP, 08 Feb. 2012 11:47


Hallo,

vielen Dank für die aufmunternden Worte. Ich werde zunächst mit dem Hausarzt sprechen, ob ich eine Überweisung in eine Gerinnungsambulanz bekomme. Kennt jemand die Gerinnungsambulanz/Hämatologie der Uniklinik Regensburg?
Auf der Homepage beschreiben sie es werden Schwangere mit Placentainsuffizienz, Neigung zu Thrombosen etc.betreut. Die müssten das ja auch untersuchen können. Wäre zum Fahren besser als Landshut/Achdorf. Aber werde dazu noch den Hausarzt befragen.

Meine Mutter hat mir in einem Gespräch über Gestose/Schwangerschaft usw. erzählt sie hätte bei mir damals auch eine Gestose entwickelt, bei einer Abklärung der Ursachen wurde aber nur eine Schilddrüsenüberfunktion festgestellt, keine Gerinnungsprobleme. Trat woh auch erst gegen Ende der Schwangerschaft auf. Sie meinte jedenfalls es wäre damals gleich weiter geforscht worden. Warum das heute nicht gemacht wird finde ich wirklich fragwürdig, da ja viele Frauen nochmal schwanger werden könnten...

Vielen Dank und liebe Grüße


Geändert von MamaBine am 8.Feb.2012 11:49
 
 
     
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